Best.-Nr. 053a-001 - große Fassflasche "FRONTINUS"

formgeblasene, große faßförmige Flasche; das Bodenrelief zeigt den vermutlichen Herstellernamen FRONTINVS
blaugrünes Glas
Höhe ca. 198 mm, Durchbesser ca. 99 mm

Preis - AUSVERKAUFT - ZUR ZEIT LEIDER NICHT LIEFERBAR -

Datierung der Vorlage: römisch, 3.-4. Jh.n.Chr.

Form: Isings 89

Diese Fässer imitierende Flaschenart kommt im 1. Jh.n.Chr. auf und wird wohl bis ins späte 4. Jh.n.Chr. gefertigt. Eine der frühesten Faßflaschen ist in einer Bestattung in Nimwegen (NL) gefunden worden und datiert auf etwa 100 n.Chr.. Im 3. und 4. Jh.n.Chr. sind sie deutlich häufiger anzutreffen. Im Regelfall bestehen diese Flaschen aus blaugrünem Glas, aber auch gelbgrüne Färbungen kommen vor.

Römische Faßflaschen wurden hauptsächlich in Frankreich, Britannien und im Rheinland gefunden. Viele ihrer Böden zeigen Namen im Relief, weswegen sie öfters als "FRONTINUS-Flaschen" angesprochen werden.

Abkürzungen des Namens FRONTINUS wie FRO, FRONT oder FRONI kommen auch vor und datieren von der 1. Hälfte des 2. Jh.n.Chr. bis ins späte 4. Jh.n.Chr.. Andere Namen sind weniger häufig und kommen nicht über so eine lange Zeitspanne hinweg vor. Vielen Namen ist ein FECIT (oft auch FE abgekürzt) hinten angestellt, was einem "...hat es hergestellt" enstpricht. Ein oft von FECIT gefolgter häufiger Name ist FELIX. Diese Flaschen datieren allerdings vom späten 1. bis ins frühe 2. Jh.n.Chr..

FELIX ist wahrscheinlich ein Herstellername. Den Namen FRONTINUS er erklären ist aufgrund des langen Produktionszeitraumes von zweieinhalb Jahrhunderten etwas schwieriger: Vielleicht handelt es sich gar um eine antike Glasmacher-Dynastie - oder der Name könnte mit einer populären Handelsware zusammenhängen - oder vielleicht hat man dieses Design nach einer gewissen Zeit einfach so akzeptiert und ohne besondere Bedeutung weiter so gefertigt.

Die Höhen dieser Flaschen variieren zwischen 9 und 24 cm. Die Henkel können viele Rippen, wenige Rippen oder (bei späten Exemplaren) gar keine Rippen aufweisen. Bei frühen Flaschen ist der äußere Rand nach unten geneigt; bei späteren Exemplaren ist er meist horizontal.

Dieses Exemplar hat einen dreirippigen Henkel und den Boden ziert die FRONTINUS Inschrift. Es geht auf ein Original aus Trier zurück.

Literatur:F. Fremersdorf, E. Polónyi-Fremersdorf, Die farblosen Gläser der Frühzeit in Köln (Köln 1984), S. 81
B. Rütti, Die römischen Gläser aus Augst und Kaiseraugst (Augst, 1991), Tafeln 139 ff

Frank Wiesenberg
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